Nach dem Geständnis von Andrew Urdiales kann die Polizei zwei ungelöste Mordserien klären. Doch elf lange Jahre fliegt der ehemalige US-Marine unter dem Radar aller Ermittlungsbehörden hindurch. Kommissar Zufall muss erst etwas nachhelfen.
Inhaltsverzeichnis
Laura Uylaki
Am Abend des 14. April 1996 stieg die 25-jährige Prostituierte Laura Uylaki in Hammond (Indiana) zu einem Freier ins Auto. Der Mann fuhr mit ihr zum Wolf Lake hinaus. Der See liegt nur unweit vom weitaus größeren Lake Michigan entfernt genau auf der Grenze der beiden US-Bundesstaaten Illinois und Indiana.
Wolf Lake
Der Mann schoss Laura Uylaki zweimal mit einem Revolver Kaliber .38 in den Kopf. Anschließend entkleidete der Mörder das Opfer, warf die nackte Leiche in den Wolf Lake und ließ die Kleidung sowie die persönlichen Gegenstände der Prostituierten verschwinden. Nach Einschätzung der Polizei von Chicago, die für die Ermittlungen zuständig war, wollte der Täter damit die Identifizierung des Opfers erschweren.
Cassandra Corum
Drei Monate später schlug derselbe Täter erneut in Illinois zu. Wieder trieb eine nackte Frauenleiche auf einem Gewässer, dieses Mal auf dem Vermillion River im Livingston County nahe Pontiac, aus dem die Polizei die Leiche am 14. Juli 1996 barg. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Opfer um die 21-jährige Prostituierte Cassandra „Cassie“ Corum.
Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass Zeugen Cassie Corum zuletzt mit einem Mann in einer Bar in Hammond (Indiana) gesehen hatten. Sie verließ die Kneipe mit dem unbekannten Begleiter und stieg zu ihm in den Wagen. Laut der Zeugen fuhr der Mann einen Pick-up.
Der Gerichtsmediziner stellte fest, dass der Mörder die Frau mit einem Schuss in den Kopf getötet hatte. Anschließend hatte er sieben Mal mit einem Messer auf sie eingestochen, wie entsprechende Wunden im Brust- und Kopfbereich belegten. Der Täter hatte das Opfer zuvor mit Klebeband an den Knöcheln und Handschellen an den Armen gefesselt. Zusätzlich hatte er den Mund mit Isolierband verklebt.
Lynn Huber
Im folgenden Monat, am 2. August 1996, tauchte die nächste tote Prostituierte im Wolf Lake auf, fast an der gleichen Stelle wie zuvor Laura Uylaki. Auch der Leichnam der 22-jährigen Lynn Huber aus Chicago war nackt, als die Polizei ihn barg. Der Täter hatte ihre Kleidung und ihre persönlichen Gegenstände mitgenommen.
Polizeikontrolle vor dem Crack-Haus
Am 14. November 1996 observierte der Streifenbeamte Warren Fryer ein Haus auf der Becker Street in Hammond (Indiana). Die Bewohner standen unter Verdacht, mit Crack zu dealen. Er beobachtete einen Fahrer eines Pick-ups, der vor dem Haus eine Prostituierte ansprach. Fryer forderte über Funk Verstärkung an.
Die herbeigerufene Streife überprüfte den Mann, der sich als Andrew Urdiales auswies. Er behauptete, früher bei den U.S. Marines gedient zu haben. Fryer bemerkte während der Kontrolle eine Waffe, die im Innenraum des Pick-ups herumlag. Er warnte seine Kollegen.
Die Polizisten forderten den Fahrer auf, mit erhobenen Händen auszusteigen. Urdiales ließ die Festnahme widerstandslos und äußerlich ruhig über sich ergehen. Die Beamten stellten die Waffe sicher. Es handelte sich um einen kurzläufigen, verchromten Revolver Kaliber .38.
Die Streifenbeamten verlangten von dem Mann einen Nachweis, dass er die Pistole rechtmäßig erworben hatte und zudem berechtigt war, sie mit sich zu führen. Urdiales konnte damit nicht dienen. Die Polizisten nahmen ihn daraufhin mit zur Wache und beschlagnahmten die geladene Schusswaffe.
Makellos sauber
Auch das Fahrzeug ließen sie abschleppen. Den Polizisten fiel auf, dass der Wagen sowohl außen als auch innen blitzblank war. Der Wagen hätte genauso gut im Showroom eines Autohändlers stehen können. In dem makellos sauberen Pick-up bewahrte der Fahrer – neben dem Revolver – nur noch mehrere Rollen Klebeband auf.
Man sollte meinen, dass bei der Kombination von Pistole, Klebeband und Prostituierter bei der Polizei alle Alarmglocken schrillen sollten. Vielleicht war das auch der Fall. Doch die Beamten mussten Urdiales mangels konkreter Hinweise auf ein Verbrechen laufen lassen.
Sie schrieben lediglich eine Anzeige wegen unberechtigten Mitführens einer Waffe. Angesichts des geringfügigen Vergehens und keiner bekannten Vorstrafen war das aber noch lange kein ausreichender Haftgrund.
Streit am American Inn
Am 1. April 1997 begegnete der Streifenbeamte Warren Fryer erneut Andrew Urdiales. Ein Anrufer hatte der Polizei einen lautstarken Streit zwischen einem Freier und einer Prostituierten gemeldet. Schauplatz des Geschehens war das Motel „American Inn“ auf der Calumet Avenue.
Auf der rechten Seite befand sich in den 1990ern das „American Inn“
Bei dem Streithahn handelte es sich um Andrew Urdiales. Er behauptete, die Prostituierte habe ihn bestehlen wollen. Die Frau wiederum sagte aus, dass der Mann seltsame Sachen von ihr verlangt habe, zu denen sie nicht bereit gewesen sei.
So habe er ihr die Hände auf den Rücken fesseln wollen. Und obendrein habe er mit ihr zum Wolf Lake hinausfahren wollen, aus dem im letzten Jahr zwei ihrer Kolleginnen tot herausgefischt wurden. Der Typ ticke doch nicht mehr ganz sauber.
Officer Fryer nahm lediglich die Personalien auf, verzichtete aber auf eine Verhaftung. Im Anschluss verfasste er jedoch einen Bericht über den Vorfall. Er rief am Computer die einschlägigen Datenbanken ab, um in Erfahrung zu bringen, ob sonst noch etwas gegen Urdiales vorlag.
Dabei stieß er auf die Anzeige vom November 1996, als die Polizei den Mann mit einer nicht registrierten Waffe erwischt hatte. Diese Informationen druckte er aus, heftete sie zusammen und schickte sie an die Kriminalabteilung weiter.
Ein Volltreffer
Wie eingangs erwähnt verlief die Staatsgrenze zwischen Indiana und Illinois mitten durch den Wolf Lake. Da dieser Ort in Fryers Bericht erwähnt war, erhielt neben der Kripo von Hammond auch das Chicago Police Department eine Kopie des Schreibens.
Dem dort zuständigen Kriminalbeamten Don McGrath war bekannt, dass die Tatwaffe im Fall der ungeklärten Prostituiertenmorde laut dem Labor ein Revolver Kaliber .38 war. Als er den Bericht gelesen hatte, forderte er die konfiszierte Waffe von den Kollegen in Hammond an, um eine ballistische Untersuchung durchführen zu lassen.
Die Ballistik landete einen Volltreffer. Die Testergebnisse ergaben zweifelsfrei, dass es sich bei dem Revolver um die gesuchte Tatwaffe in den Mordfällen Laura Uylaki, Cassie Corum und Lynn Huber handelte. McGrath ahnte, dass ihm in diesem Moment aller Wahrscheinlichkeit nach ein Serienmörder ins Netz gegangen war.
Security mit Militärvergangenheit
Weitere Recherchen ergaben, dass Urdiales bei seinen Eltern in Chicago lebte. Dorthin war er nach seiner Entlassung aus dem Militär zurückgekehrt. Mittlerweile arbeitete er als Sicherheitskraft für die Bekleidungskette Eddie Bauer in der Innenstadt von Chicago.
Don McGrath und sein Partner Raymond Krakausky sprachen den Verdächtigen am 22. April 1997 um 9 Uhr morgens vor der Haustür an, als er gerade das Haus seiner Eltern verließ. Sie sagten ihm, sie müssten mit ihm über den Revolver sprechen, den man ihm im vergangenen November abgenommen hatte.
Urdiales zeigte sich überrascht. Hatte sich die Sache nicht längst geklärt? Die Kriminalbeamten antworteten, dass es von ihrer Seite noch ein paar offene Fragen gäbe. Urdiales war schließlich einverstanden, die Polizisten auf das Revier zu begleiten.
Fangfrage
McGrath wollte von Urdiales zunächst wissen, wie er an die Waffe gelangt war. Urdiales erzählte, er habe die Waffe fünf Jahre zuvor für 300 Dollar in Calumet City erworben. Die Polizisten fragten, ob sich der Revolver seitdem immer in seinem Besitz befunden habe oder ob er ihn in der Vergangenheit mal verliehen habe. Urdiales verneinte Letzteres. Er habe die Waffe nie aus den Händen gegeben.
McGrath und Krakausky sagten, sie ermittelten in einigen ungeklärten Mordfällen. In diesen Fällen habe der Täter einen ähnlichen Revolver benutzt. Sie legten ihm Fotos von Uylaki, Corum und Huber vor. Kannte er diese Frauen? Urdiales behauptete, keinem der Mordopfer jemals begegnet zu sein.
Dann präsentierte ihm McGrath die Ergebnisse der ballistischen Untersuchung. Alle bei den Leichen aufgefundenen Projektile waren aus dem sichergestellten Revolver abgefeuert worden, der Urdiales gehörte. Den er, wie er zugegeben hatte, während der letzten fünf Jahre niemals verliehen hatte.
Andrew Urdiales packt aus
Urdiales nahm seinen Dienstausweis ab, lockerte die Krawatte und öffnete die Schnürsenkel seiner Schuhe. Heute müsse er wohl nicht mehr zur Arbeit erscheinen, war sein trockener Kommentar. Gleich im Anschluss legte er ein umfassendes Geständnis ab.
Nun, das Adjektiv „umfassend“ weckt in diesem Zusammenhang vielleicht falsche Erwartungen. Er schilderte den Beamten, was sich aus seiner Sicht zugetragen hatte. Ob diese Darstellung der Ereignisse hundertprozentig der Wahrheit entsprach, stand auf einem anderen Blatt geschrieben.
Urdiales sagte aus, er habe Laura Uylaki erstmals im Winter 1995/96 kennengelernt. Danach habe er sie mehrfach getroffen. Bei zwei Gelegenheiten wären sie auch an den Wolf Lake hinausgefahren. Er habe immer einen Schlafsack im Pick-up mitgeführt, den sie zum Sex benutzt hätten.
Komplett ausgerastet
Im April 1996 hätten sie dann zum dritten Mal den Wolf Lake aufgesucht. Dieses Mal seien sie auf dem Weg dorthin in Streit geraten. Nachdem er am See angehalten habe, habe er unter seinem Sitz den Revolver hervorgezogen und ihn Uylaki „gezeigt“. Dabei sei er aus Versehen losgegangen. Der Schuss habe die Decke der Fahrerkabine durchlöchert.
Uylaki sei in diesem Moment komplett ausgerastet. Sie habe versucht, ihm die Waffe zu entreißen und dabei seinen linken Zeigefinger gebrochen. Als sie gemerkt habe, dass sie ihm den Revolver nicht wegnehmen konnte, sei sie aus dem Wagen geflohen.
Er sei ihr nach und habe mehrmals in die Richtung geschossen, in der sie gerannt sei. Sie sei schließlich zu Boden gefallen. Er habe sich über sie gebeugt und festgestellt, dass sie bereits tot gewesen sei.
Daraufhin habe er sich entschlossen, die Leiche zum See zu bringen. Ehe er die Frau ins Wasser geworfen habe, habe er sie noch entkleidet. Die Kleidungsstücke habe er mitgenommen und auf der Rückfahrt nach Chicago aus dem Beifahrerfenster geworfen.
Cassandra Corum habe er bereits zwei Jahre gekannt, bevor er sie am 13. Juli 1996 ermordete, so Andrew Urdiales in seinem Geständnis. Er habe sie in dieser Nacht in einer Bar in Hammond (Indiana) getroffen. Von dort seien sie direkt zum Wolf Lake gefahren.
Eine falsche Bemerkung
Carrie Corum habe auf der Fahrt irgendetwas gesagt, was ihn verärgert habe. Er könne sich aber nicht mehr an die Bemerkung erinnern. Er wisse nur noch, dass er sie vor lauter Wut mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe. Der Mann schien schnell einen Anlass zu finden, um wütend zu werden, wie die Kriminalbeamten schon zu diesem frühen Zeitpunkt des Verhörs registrierten.
Die Frau habe sich zur Wehr gesetzt, fuhr Urdiales fort. Er habe ihr die Hände auf den Rücken gefesselt und anschließend die Kleidung vom Leib gerissen. Danach habe sie sich „passiv und unterwürfig“ verhalten und sei vor lauter Angst „wie gelähmt“ gewesen. Er habe sie mit Klebeband geknebelt und die Füße zusammengebunden.
Wortlos und voller Wut
Er sei dann zwei Stunden lang die Interstate 55 Richtung Süden gefahren. Er sei immer noch stinksauer wegen ihrer Bemerkung gewesen, obwohl Cassie Corum zu diesem Zeitpunkt wehrlos, gefesselt und verängstigt im Auto lag.
Als ihn Müdigkeit überkam, habe er die Autobahn verlassen. Danach sei er ziellos durch die Gegend geirrt. An einer Brücke, die in einen kleinen Park führte, habe er schließlich angehalten. Er habe die Pistole unter dem Sitz hervorgeholt und Corum aus dem Wagen geführt. Hinter dem Pick-up habe er sie erschossen, ohne ein einziges Wort zu verlieren.
Als sie zu Boden gefallen sei, sei er immer noch voller Wut auf sein Opfer gewesen. Er habe ein Messer gezückt und mehrere Male auf sie eingestochen. Danach habe er ihren Leichnam von der Brücke in den Fluss geworfen. Ihre Kleidung habe er auf dem Heimweg aus dem Fenster geschmissen. „Sie war doch bloß eine Hure“, endete seine Schilderung des Mordes.
Sein Verhalten nach der Tat war ebenfalls aufschlussreich. Eine enge Freundin von Cassie Corum wusste, dass Urdiales sie öfters gesehen hatte. Er unterhielt sich mit ihr und tat ganz unwissend. Sie erzählte ihm, dass Corum vermisst werde und sie sich Sorgen mache. Urdiales weinte und half der Freundin sogar noch, Flyer zu verteilen, auf denen um Hinweise zum Vermisstenfall gebeten wurde.
Der Müllsack und die Heilsarmee
Andrew Urdiales setzte sein Geständnis mit dem Fall Lynn Huber fort. Er sagte aus, dass er sie erstmals im Sommer 1996 getroffen habe. Er habe sich mit ihr bei zwei Gelegenheiten zum Sex verabredet. Ende Juli oder Anfang August – so genau wusste er es nicht mehr – habe er beobachtet, wie Huber einen großen Müllsack mit sich herumschleppte. Er habe ihr angeboten, sie mitzunehmen. Sie habe eingewilligt.
Er sei in eine Hintergasse abgebogen. Dort hätten sie im Wagen Sex gehabt. Er behauptete, sie habe einen Streit vom Zaun gebrochen und habe dann aussteigen wollen. Er habe sie festgehalten und ihr mit der Waffe, die er immer unter dem Fahrersitz aufbewahrte, in den Kopf geschossen.
Anschließend habe er die Leiche auf die Ladefläche des Pick-ups abgelegt. Er sei zum Wolf Lake hinausgefahren. Er habe Lynn Huber wie die anderen Opfer entkleidet. Dabei habe er sich aber an einer Nadel gestochen, die sich in einer Tasche eines ihrer Kleidungsstücke befand. Das habe ihn wütend gemacht. Er habe sein Messer herausgeholt und immer wieder auf ihren Rücken eingestochen. Danach habe er nochmals auf sie geschossen.
Dann habe er die Leiche in den See geworfen. Die Mülltüte habe er an sich genommen und den Inhalt durchsucht. Doch in dem Sack seien nur weitere Klamotten von ihr gewesen. Er habe ihre übrigen Kleider hineingestopft und alles der Heilsarmee übergeben. Huber würde sie ja nun nicht mehr benötigen, sagte Urdiales, ganz so, als würde diese angeblich „gute Tat“ alles andere rechtfertigen.
Was war von Urdiales‘ Geständnis zu halten?
Die Mordserie, welche die Polizei rund ein Jahr beschäftigt hatte, war damit aufgeklärt. McGrath und Krakausky kauften Urdiales sicherlich nicht jedes Detail seiner Erzählung ab. Vermutlich hatte er einiges schöngefärbt. Zu seinen Motiven befragt, gab er sich nur schmallippig. Es habe ihn erregt, wenn die Frauen um ihr Leben gebettelt hätten.
Ja, er mochte tatsächlich Wut verspürt haben, wie er dauernd betonte. Aber diese Wut hatte sich schon angestaut, bevor er die Frauen traf, mutmaßten die Kriminalbeamten. Die Opfer waren dann für Urdiales nur das Ventil, um der Wut freien Lauf zu lassen und einen Machtrausch zu genießen. Er war nun der Herr über Tod und Leben. Gut möglich, dass er die Frauen viel länger unter Todesängsten leiden ließ, um sich diesen Kick zu verschaffen, als er dies im Verhör zugegeben hatte.
Weitere Geständnisse
Immerhin hatte er die Taten gestanden. Das Geständnis und die Tatwaffe machten den Fall wasserdicht. Urdiales würde für die Morde bezahlen. Doch der Serienmörder hatte noch weitaus mehr auf dem Kerbholz, als die Polizisten zu diesem Zeitpunkt ahnten.
Ohne dass McGrath oder Krakausky ihn danach fragten, beichtete Andrew Urdiales plötzlich fünf weitere Morde. Wie die Ermittler erkennen mussten, reichten die Taten bis in das Jahr 1986 zurück. Einen Zusammenhang mit der Mordserie im Großraum Chicago hatte bisher niemand vermutet.
Kapitelübersicht zum Fall Andrew Urdiales
- Kapitel 1: Andrew Urdiales und die Mordserie am Wolf Lake
- Kapitel 2: Die kalifornische Mordserie und das Geständnis von Andrew Urdiales

Ich finde es interessant, wie bedingt aus juristischer Sicht auf die Ausreden des Täters, er sei ja eben wütend gemacht worden, eingegangen werden musste, irgendwie.
Zumindest zu diesem Teil denke ich so:
„Urdiales nahm seinen Dienstausweis ab, lockerte die Krawatte und öffnete die Schnürsenkel seiner Schuhe. Heute müsse er wohl nicht mehr zur Arbeit erscheinen, war sein trockener Kommentar. Gleich im Anschluss legte er ein umfassendes Geständnis ab.
Nun, das Adjektiv „umfassend“ weckt in diesem Zusammenhang vielleicht falsche Erwartungen. Er schilderte den Beamten, was sich aus seiner Sicht zugetragen hatte. Ob diese Darstellung der Ereignisse hundertprozentig der Wahrheit entsprach, stand auf einem anderen Blatt geschrieben.“
Das klingt so als wenn sie seine Aussage erstmal so hinnehmen mussten.
Naja, der Rest ergab sich denn ja zu Gunsten der Ermittler, aber dennoch.