Categotry Archives: Karl Rudolf Hennig

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(3) Ende der Flucht

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Karl Rudolf Hennig befand sich seit fünf Wochen auf der Flucht. Da schwang sich am 14. März 1906 in Stettin ein Mann auf das Fahrrad eines Wachmanns der örtlichen Wach- und Schließgesellschaft und radelte von dannen. Der Bestohlene war jedoch flink auf den Beinen und stellte den Dieb. Er übergab ihn der örtlichen Polizei. Als man dort dessen Personalien überprüfte, stellte sich heraus, dass sich dort auf dem Stuhl vor den Beamten niemand anderes als der landesweit gesuchte Raubmörder Karl Rudolf Hennig fläzte. Weiterlesen →

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(2) Über den Dächern von Berlin

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Doch am 6. Februar 1906 kam endlich Bewegung in den ungelösten Fall. Eine Witwe Schulze meldete sich beim 17. Berliner Polizeirevier. Die Dame wohnte in der Choriner Straße 54 in Berlin-Mitte, gar nicht weit entfernt von der Wohnung des Schneidermeisters Giernoth am Ostbahnhof. Sie habe seit einigen Tagen einen neuen Untermieter, äußerte die nervöse Witwe gegenüber den Polizeibeamten. Der Mann nenne sich Heine und stamme angeblich aus Hamburg. Ihr sei ja von Anfang nicht wohl gewesen bei der Sache. Wenn sie bloß nicht so dringend auf die Miete angewiesen wäre.

Aber nun habe sie den Steckbrief von diesem abscheulichen Raubmörder aus dem Düppeler Forst gesehen. Diese Ähnlichkeit. Sie habe fast der Schlag getroffen, so sehr habe ihr Herz beim Anblick zu rasen begonnen. Das sei dieser angebliche Heine aus Hamburg. Ganz sicher. Man stelle sich das bloß vor. Sie. Mit einem Mörder. Alleine unter einem Dach. Die Berliner Polizei war in Sachen Hennig inzwischen ratlos genug, um wirklich jedem Hinweis nachzugehen. Der Reviervorsteher schickte sofort zwei Beamte los, die bei Witwe Schulze nach dem Rechten sehen sollten. Weiterlesen →

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Karl Rudolf Hennig – Mord am Wannsee

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Es gibt ja Zeitgenossen, die behaupten, Schadenfreude sei ein rein deutsches Vergnügen. Als Beweis führen sie gerne an, dass in anderen Sprachen gar kein Begriff für diese spezielle Art des Frohsinns existiere. Das Englische etwa habe sich gleich beim Deutschen bedienen müssen, um diesen wunderlichen Gemütszustand adäquat benennen zu können. Nun ja. Ich habe da so meine Zweifel, ob die Menschen nicht auch andernorts in spontanes Gelächter ausbrechen, wenn jemandem ein Missgeschick der harmloseren Art widerfährt. Was aber auf jeden Fall richtig ist: Schadenfreude erfreut sich hierzulande enormer Beliebtheit.

Die Schadenfreude richtet sich dabei auch gerne gegen die Mächtigen und Reichen oder deren Helfershelfer, wenn die mal so richtig schön auf die Schnauze fallen, im wörtlichen wie übertragenen Sinne. Eines der bekanntesten Beispiele dafür dürfte der Hauptmann von Köpenick sein, dessen erfolgreicher Mummenschanz den meisten Menschen in Deutschland noch heute geläufig ist. Interessanterweise hatten die Berliner in demselben Jahr, in dem Schustergeselle Wilhelm Voigt die falsche Offizieruniform überzog, ein zweites Mal Gelegenheit, sich der ungehemmten Schadenfreude über depperte preußische Beamte hinzugeben.

Karl Rudolf Hennig - PorträtDabei war der Fall Karl Rudolf Hennig gänzlich anders gelagert. Bei dem Raubmörder Hennig handelte sich im Unterschied zu Wilhelm Voigt tatsächlich um einen gemeingefährlichen Verbrecher. Hennig hatte einen eiskalten Mord begangen und zögerte auch nicht, mal mitten in eine Menschenmenge hineinzuschießen. Und dennoch sorgte die Tatsache, dass er den Kriminalbeamten unmittelbar vor der Tür zum Polizeirevier entwischt war, für Heiterkeit und Spott unter der Berliner Bevölkerung. Zudem trug seine spektakuläre und absolut hollywoodreife Flucht über die Dächer von Berlin dazu bei, dass der Mann alsbald das Stadtgespräch Nummer eins war. Weiterlesen →