Der Autor Hugo Friedländer hat selbst beschrieben,  um was es in seinem zehnbändigen Werk „Interessante Kriminal-Prozesse“ im Kern geht:

Nirgends spiegelt sich das öffentliche Leben derartig wieder als an der Stätte, wo Frau Justitia mit Zepter und Waage ihres Amtes waltet. Unaufhörlich wechseln die Bilder. Bald ist es ein Lustspiel, bald ein erschütterndes Drama, bald gar eine Tragödie, die zur richterlichen Aburteilung gelangt.

Hugo Friedländer, 1910

Auf mehr als 3.000 Seiten schildert Hugo Friedländer 63 außergewöhnliche Kriminalfälle aus der Zeit 1871-1914. Hugo Friedländer, der 1918 im Alter von 64 Jahren verstirbt, schreibt aus der Sicht des Insiders. Hugo Friedländer ist vier Jahrzehnte als Gerichtsreporter für deutsche Zeitungen tätig und hat diese Verfahren hautnah miterlebt. Sein Buch wird ein Riesenerfolg. Das breite Publikum begeistert sich für die Einblicke in das pralle Leben des Deutschen Kaiserreichs und seine Schattenseiten. Mörder und Betrüger, hochrangige Politiker und anarchistische Terroristen, einfache Arbeiter und adlige Rittergutsbesitzer – alle landen bei Hugo Friedländer irgendwann vor dem Kadi.

Hugo Friedländer, Interessante Kriminal-Prozesse, Band 1

Hugo Friedländer, Interessante Kriminal-Prozesse, Band 1

Der Verlag Hermann Barsdorf gibt eine zehnbändige Reihe heraus, nachdem sich der erste Band zum Bestseller entwickelt. Das Werk erscheint zwischen 1910 und 1914 unter dem Titel „Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung“. Die Reportagen sind nach einem eingängigen Muster abgefasst. Am Anfang ordnet Hugo Friedländer den Fall ins aktuelle Zeitgeschehen ein. Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem einzelnen Kriminalfall und gesellschaftlichen Problemen der Zeit? Hier wird Hugo Friedländer mitunter persönlich. Er lässt erkennen, was er denkt, was ihn bewegt, von welcher Warte er schreibt. Alles Übrige schildert er betont sachlich. Hugo Friedländer sieht sich als Chronist, nicht als Kommentator. Der Prozess soll für sich selbst sprechen.

Folgerichtig räumt Hugo Friedländer dem Gerichtsverfahren den größten Teil seiner Erzählung ein. Er zitiert wortwörtlich den verbalen Schlagabtausch vor Gericht. Da fetzt sich der Staatsanwalt mit der Verteidigung und der Richter treibt dem Angeklagten im Kreuzverhör die Schweißperlen auf die Stirn. Zwischendurch darf es auch ruhig mal menscheln und gelacht werden. Hier verwandeln sich die Kriminalfälle in „Forensische Dramen“, wie es Hugo Friedländer selbst nennt. Spannung bis zur Urteilsverkündung ist garantiert. Man weiß ja nie, wie es ausgeht.

Das Werk von Hugo Friedländer als E-Book

Ich habe die zehn Bände in E-Books umgearbeitet. Die Bücher sind der neuen Rechtschreibung angepasst. Etliche Geschichten haben neue Überschriften bekommen. Die Originaltitel habe ich aber in jedem Fall mit angegeben. Vor allen Dingen habe ich neue Absätze eingefügt, da der ursprüngliche Text leider ein sehr unübersichtliches Layout besaß. Bei den Änderungen ging es mir einzig und allein darum, den Buchtext lesbar und auch einem heutigen Publikum zugänglich zu machen. Denn lesenswert ist er allemal.

Die Links zu den einzelnen Bänden:

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