(7) Weitere Zeugen

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Etwa zur gleichen Zeit, als Susan Atkins gegenüber Mithäftlingen die Geheimnisse der Manson Family ausplauderte, hörte auch die Polizei erstmals Geschichten, die Charles Manson mit den ungeklärten Tate- und LaBianca-Morden in Verbindung brachten.

Die »Straight Satans«

Anfang November 1969 jagte die Polizei Charles Manson noch als Anführer eines Autoschieberrings. Im Zuge der Ermittlungen verhörte sie Mitglieder einer Biker-Gang namens »Straight Satans«. Manson hatte versucht, die »Straight Satans« als Bodyguards anzuwerben. Am 12. November vernahmen Beamte des Sheriffbüros das Gang-Mitglied Al Springer.

Kutte und Abzeichen der "Straight Satans"
Kutte und Abzeichen der „Straight Satans“

Sie erfuhren von Springer, dass Charles Manson ein paar Tage nach den Tate-Morden damit geprahlt habe, jemanden umgebracht zu haben. Springer konnte sich erinnern, dass Manson explizit fünf Opfer erwähnt habe. »Charlie erzählte auch, sie hätten mit dem Blut der Leichen irgendwas auf den Scheißkühlschrank geschrieben. Irgendeinen Spruch über ‚Schweine‘ oder ‚Nigger‘ oder so was in der Art.«

Al Springer erzählte, er habe sich danach von Manson und den übrigen Spinnern auf der Farm ferngehalten. Die Typen seien wirklich komplett irre. Aber Danny DeCarlo, ebenfalls Mitglied der »Straight Satans«, lebe immer noch auf der Spahn Ranch. Der wisse bestimmt mehr über Charles Manson zu berichten.

Donald »Shorty« Shea

Die Beamten verhörten daraufhin Danny DeCarlo. Er hatte jedoch ebenfalls nur Andeutungen aufgeschnappt. Steve »Clem« Grogan, einer der Anhänger von Manson, habe ihm nach den Tate-Morden gesagt: »Wir haben fünf Schweinchen erledigt.« Dafür berichtete DeCarlo den Beamten über einen Mord, der sich angeblich auf der Spahn Ranch zugetragen hatte.

Das Opfer sei ein gewisser Donald »Shorty« Shea gewesen. Shorty war ein Ex-Stuntman und Angestellter des alten Spahn, dem die Ranch eigentlich gehörte. Etwa zehn Tage nach der Razzia am 16. August habe Manson mitbekommen, dass Shorty bei seinem Boss auspacken wollte, was auf der Farm vor sich ginge. Der Alte habe ja keine Ahnung gehabt. Da habe Charles Manson den Befehl gegeben, Shorty zu beseitigen.

»Sie haben ihn wie einen Truthahn auseinandergenommen. Haben den Kopf abgetrennt und ihn in neun Teile geschnitten. So konnte ihn niemand identifizieren. Als sie davon erzählten, haben sie nur gelacht.« Danny DeCarlo hatte den Mord jedoch nicht als Augenzeuge mitverfolgt, sondern kannte die Geschichte nur vom Hörensagen. Den Polizisten war klar, dass dies nicht für einen Durchsuchungsbeschluss reichen würde. Doch ab diesem Moment stand Charles Manson unter verschärfter Beobachtung der Polizei.

Die Polizei verhaftet Charles Manson und weitere Anhänger

Virginia Graham hatte sich derweil mit ihrer Freundin Ronnie Howard besprochen. Die beiden waren zu dem Schluss gelangt, dass sie die Polizei über die Erzählungen von Atkins informieren mussten. Alles andere als ein leichtes Unterfangen. Beide Frauen unternahmen mehrere vergebliche Anläufe.

Erst am 17. November 1969 erschienen zwei Beamte vom LAPD, um Howard zu befragen. Während des Gesprächs dämmerte den Ermittlern allmählich, dass sie erstmals im Mordfall Tate eine heiße Spur verfolgten. Sie ordneten an, dass die Gefängnisleitung Ronnie Howard in einen anderen gesicherten Teil des Gefängnisses verlegte, weit weg von Susan Atkins.

Bis Anfang Dezember hatte sich der Verdacht so weit erhärtet, dass man Charles Manson und mehrere Mitglieder seines Kults verhaftete. Darunter befanden sich Charles »Tex« Watson, Patricia »Katie« Krenwinkel, Linda Kasabian und Leslie Van Houten.

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Der verhaftete Charles Manson am 11. Dezember 1969

 

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(7) Weitere Zeugen schwärzen Charles Manson an
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Nachdem sich weitere Hinweise ergeben, verhaftet die Polizei Anfang Dezember 1969 Charles Manson und weitere Mitglieder der Manson Family wegen Mordes.
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