1988 entdeckte man das Teilstück eines Fallschirms im gleichen Gebiet, in dem Brian Ingram die drei Geldbündel gefunden hatte. Doch die Experten des FBI kamen zu dem Schluss, dass es sich dabei nicht um einen von Coopers Schirmen handelte.

Im Jahr 2008 gruben Kinder einen weiteren Fallschirm in der Nähe von Amboy, Washington, aus. Die Stelle lag etwa 10 km unterhalb des Lake Merwin. Das Material stammte jedoch aus dem Zweiten Weltkrieg und war militärischen Ursprungs.

DNA-Spuren an Krawatte

Ende 2007 nahm das FBI nochmals einen Anlauf, die Ermittlungen dank neuer forensischer Erkenntnisse und Technologien zu beleben. So gelang es, ein DNA-Profil aus organischem Spurenmaterial zu gewinnen, das der Ansteckkrawatte von Cooper anhaftete. Allerdings mussten die Agenten einräumen, dass diese Spur nur bedingt Aussagekraft hat.

Das organische Material könnte natürlich auch von einer anderen Person stammen, zum Beispiel einem der damaligen Ermittler, die das Beweismaterial einsammelten oder untersuchten. Von DNA-Spuren hatte 1971 schließlich noch kein Polizist etwas geahnt. Entsprechend wurden auch keine so strengen Schutzmaßnahmen getroffen wie heute, um das Beweismaterial vor Verunreinigung mit Fremdspuren zu schützen.

D.B. Cooper - Krawatte

Die zurückgelassene Ansteckkrawatte von Dan Cooper – © FBI

Täter hatte offenbar nur bedingt Ahnung von Fallschirmen

Im Zuge dieser neuen Untersuchung gab das FBI weitere Ermittlungserkenntnisse preis. Cooper hatte zwei Hauptfallschirme und zwei Reservefallschirme erhalten. Bei den Hauptfallschirmen entschied er sich für das ältere Modell, obwohl der neuere Sportfallschirm dem anderen in technischer Hinsicht überlegen war.

Bei den Reservefallschirme entschied er sich für einen Dummy, der praktisch unbrauchbar war, weil sich die Reißleine nicht bedienen ließ. Das Modell diente allein als Anschauungsmaterial im Unterricht. Das FBI betonte, dass der Dummy-Fallschirm dem Täter seinerzeit nicht absichtlich untergejubelt wurde. Der Fehler sei dem zeitlichen Druck geschuldet gewesen, unter dem die Beamten seinerzeit standen.

Interessant daran war aber, dass ein erfahrener Fallschirmspringer diesen Fehler sofort erkannt hätte, weil der Fallschirm entsprechend markiert war. Den zweiten Reservefallschirm hatte Cooper geöffnet und zerschnitten. Die Ermittler vermuteten, dass er die Schnüre benutzt hatte, um den Rucksack fest zu verschließen beziehungsweise an seinen Körper zu binden.

Das „Cooper Research Team“

2009 bildete sich zudem eine private Ermittlungsgruppe rund um den Paläontologen Tom Kaye vom
Burke Museum of Natural History. Die Gruppe wollte den Fall nochmals mit neuen Technologien aufrollen, die den Ermittlern in den 1970ern nicht zur Verfügung standen. Die Gruppe ist heute unter dem Namen „Cooper Research Team“ bekannt und arbeitet mit dem FBI zusammen.

Die Titanium-Spur

Im November 2011 gab Kaye bekannt, dass man an Coopers Krawatte mittels eines Elektronenmikroskops verschiedene Spurenelemente habe identifizieren können, darunter Bärlappsporen (vermutlich von einem pharmazeutischen Produkt), Wismut, Aluminium und reines Titanium. Speziell die Titanium-Spur schien interessant zu sein, da dieses Material in den 1970er Jahren noch weitaus weniger verbreitet war als heute.

Es fand damals vor allem in der Metallfertigung oder in Chemieunternehmen Verwendung, die es zum Beispiel in Verbindung mit Aluminium einsetzten, um extrem korrosionsanfällige Substanzen zu lagern. Aus diesem Umstand ließ sich laut Tom Kaye schlussfolgern, dass Cooper vielleicht als Chemiker, Metallurg, Ingenieur oder Manager in einem entsprechenden Produktionsbetrieb tätig war. Dies waren die einzigen Berufsgruppen in solchen Unternehmen, die zu dieser Zeit einen Schlips während der Arbeit trugen.

 

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(5) Andere Spuren was last modified: Februar 21st, 2018 by Richard Deis