Jeffrey Rignall war gerade aus dem Urlaub in Florida heimgekehrt, als ihn am 22. Mai 1978 in Chicago New Town ein Fremder auf der Straße ansprach. Der untersetzte Mann lehnte sich aus dem Fenster seines schwarzen Oldsmobile und machte Rignall ein Kompliment wegen seiner Sonnenbräune. Der Typ war geübt in Small Talk. Er verwickelte Rignall in ein Gespräch. Nach einer Weile fragte er den jungen Mann, ob er nicht Lust habe, mit ihm einen Joint durchzuziehen. Sie könnten währenddessen ja ein wenig durch die Gegend fahren. Alles easy, alles ganz entspannt.

Rignall in einem Fernsehinterview

Rignall in einem Fernsehinterview

Jeffrey Rignall lockte die Aussicht auf ein warmes Plätzchen. Denn obwohl der Kalender bereits Frühling zeigte, war es in Chicago noch unangenehm kühl. Rignall war ohnehin in New Town, um in einer der zahlreichen Diskotheken oder Bars einen draufzumachen. Den Abend konnte er genauso gut mit einem Joint einläuten. Er teilte sich einen Stick mit dem Fremden.

Noch bevor die Zigarette halb aufgeraucht war, packte ihn sein dicklicher Begleiter plötzlich am Kragen und drückte ihm ein mit Chloroform getränktes Tuch ins Gesicht. Rignall verlor das Bewusstsein. Während der weiteren Autofahrt erwachte er nur für kurze Momente aus seinem Koma. In diesem Dämmerzustand sah er einige Straßenschilder vorbeifliegen. Aber ehe er verstehen konnte, wo er war und was mit ihm geschah, hielt ihm der Fremde wieder das Chloroform-Tuch vor die Nase.

Das nächste Mal, als Rignall aus der Bewusstlosigkeit erwachte, befand er sich in einem ihm fremden Haus. Vor ihm stand der dicke Mann – nackt. Auf dem Boden lagen eine Reihe Dildos in unterschiedlichen Größen herum. Sein Peiniger fuchtelte mit einem dieser Dinger herum und deutete auf ihn. Er sagte, den würde er nun an ihm benutzen. Rignall wurde von dem sadistischen Fremden mehrfach vergewaltigt, gefoltert und unter Drogen gesetzt.

Am folgenden Morgen erwachte Jeffrey Rignall komplett angezogen unter einer Statue im Lincoln Park in Chicago. Er war überrascht, noch am Leben zu sein, nachdem was ihm widerfahren war. Er schleppte sich zu seiner Freundin, die ihn ins Krankenhaus brachte. Dort blieb er sechs Tage in Behandlung. Die Ärzte stellten starke Hautabschürfungen, Verbrennungen und einen chronischen Leberschaden infolge der Überdosierung mit Chloroform fest.

Rignall zeigte das Verbrechen an. Polizisten erschienen und nahmen seine Anzeige auf. Sie waren skeptisch, den Vergewaltiger finden zu können, da das Opfer nur wenige konkrete Hinweise geben konnte. Jeff Rignall war frustriert. Er machte sich selber auf die Suche nach seinem Peiniger. Er hatte sich inzwischen an eine der Autobahnauffahrten erinnern können, die sie in der Tatnacht passiert hatten. Dort legte er sich auf die Lauer.

 

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(3) Der dickliche Sadist was last modified: Mai 15th, 2016 by Richard Deis
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Die Entführung von Jeffrey Rignall
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Die Entführung von Jeffrey Rignall
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Am 22. März 1978 entführt John Wayne Gacy Jeffrey Rignall. Gacys Opfer überlebt und hilft, den Serienmörder zu überführen.
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