Maurice Clement

Maurice Clement gehört zu den eher rätselhaften Verdächtigen im Mordfall Elizabeth Short. Über ihn sind nur wenige gesicherte Fakten bekannt. Daneben existieren Unklarheiten und einige spätere Spekulationen, die sich aber nie belegen ließen.

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Kontakt aus dem Adressbuch

Gesichert ist zunächst, dass Clement Elizabeth Short persönlich kannte. Lieutenant Frank Jemison vermerkte in seinem Bericht, dass sich sein Name im Adressbuch des Opfers wiederfand und er mit Short „gesellschaftlich verkehrte“. Auch in den Aussagen von Ann Toth, einer engen Freundin und zeitweiligen Mitbewohnerin von Elizabeth Short, taucht sein Name mehrfach auf.

Weniger eindeutig lässt sich die Frage nach seinem Beruf beantworten. Jemison hielt lediglich fest, dass Maurice Clement zum Zeitpunkt des Mordes bei den Columbia Studios beschäftigt war. Ann Toth bezeichnete ihn bei einer Befragung dagegen als Lehrer. Ebenso Detective Finis Brown, der Ann Toth vernahm und zuvor bereits mit Clement gesprochen hatte. Beide Angaben – Beschäftigung bei Columbia Studios und Lehrer – müssen sich nicht zwangsläufig widersprechen. Genauer wird es allerdings auch nicht.

Die vorhandenen Berichte vermitteln eher das Bild eines Bekannten oder Verehrers als das eines engen Vertrauten. Laut einer Zusammenfassung des LAPD hatte Maurice Clement Elizabeth Short Anfang Dezember 1946 im Brittingham’s Restaurant am Sunset Boulevard kennengelernt. Da sie zu diesem Zeitpunkt knapp bei Kasse gewesen sei, habe er ihre Restaurantrechnung übernommen. Anschließend habe er sie innerhalb derselben Woche noch drei- oder viermal getroffen. Diese Kontakte liefern für sich genommen jedoch keinen konkreten Tatverdacht.

Im CBS Center Restaurant (Anfang der 1950er Jahre) war 1946 Brittingham’s Restaurant untergebracht

Don Wolfe und der Prostituiertenring

Deutlich spekulativer wird die Quellenlage bei späteren Veröffentlichungen. Insbesondere der Autor Donald Wolfe stellte Maurice Clement als Verbindungsmann zwischen der Hollywood-Unterwelt, der bekannten Bordellbetreiberin Brenda Allen, den Gangstern Bugsy Siegel und Mickey Cohen sowie verschiedenen Prostitutionsringen dar. Für diese Behauptungen lassen sich in den bekannten Ermittlungsakten allerdings keine belastbaren Belege finden.

Der Black-Dahlia-Forscher Larry Harnish hat diese Darstellung deshalb wiederholt kritisiert. Insbesondere bestreitet er, dass Maurice Clement jemals als Beschaffer von Prostituierten für Brenda Allen tätig gewesen sei. Harnish weist zudem darauf hin, dass Wolfe Aussagen von Zeugen fehlerhaft wiedergegeben oder sogar verschiedene Personen miteinander verwechselt hätte.

Der Lieblingsfreund?

Ein weiterer interessanter Nebenaspekt ergibt sich aus den Aussagen von Elizabeth Shorts ehemaligen Mitbewohnerinnen. Dort wird Maurice Clement teilweise als eine Art „Lieblingsfreund“ des Opfers beschrieben. Das macht ihn interessant, bedeutet aber keineswegs automatisch, dass gegen ihn ernsthafte Verdachtsmomente bestanden.

Warum tauchte Maurice Clement dennoch auf Jemisons Verdächtigenliste auf? Vermutlich spielten mehrere Faktoren eine Rolle. Sein Name stand im Adressbuch des Opfers, er kannte Elizabeth Short persönlich und bewegte sich als Mitarbeiter der Filmindustrie im selben erweiterten Hollywood-Milieu wie sie. Das genügte offenbar, um ihn im Zuge der umfassenden Nachermittlungen der Jahre 1950 und 1951 erneut zu überprüfen.

Interessant ist dabei Jemisons Formulierung, Clement sei ein „likely type of character“ (zu deutsch etwa: ein passender Charakter), vom Los Angeles Police Department jedoch bereits „teilweise ausgeschlossen“ worden. Diese Wortwahl fällt auf. Jemison schrieb nicht, dass Clement vollständig entlastet worden sei. Aber es lagen eben offensichtlich auch keine konkreten Beweise gegen ihn vor. Maurice Clement blieb damit einer jener Randverdächtigen, die zwar überprüft wurden, gegen die sich letztlich jedoch keine belastbaren Erkenntnisse finden ließen.

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