Dr. Patrick S. O’Reilly

Dr. Patrick S. O’Reilly gehörte zu jener Gruppe von Verdächtigen, die weniger wegen einer direkten Verbindung zu Elizabeth Short als vielmehr aufgrund ihrer Biografie ins Visier der Ermittler gerieten.

Nach den Unterlagen von Lieutenant Frank Jemison war O’Reilly ein enger Bekannter von Mark Hansen und Millie Miller. Beide bewegten sich in denselben Kreisen wie Elizabeth Short. Regelmäßig traf man sie im Nachtklub Florentine Gardens in Hollywood. Auch O’Reilly hielt sich dort häufig auf. Darüber hinaus besuchte er gesellschaftliche Veranstaltungen in Malibu, an denen Hansen und dessen Freunde teilnahmen.

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Keine bekannte Verbindung zu Elizabeth Short

Trotz umfangreicher Nachforschungen fanden die Ermittler keinen Hinweis darauf, dass O’Reilly Elizabeth Short jemals persönlich gekannt hatte. Sie überprüften seine Patientenunterlagen, werteten Rezepte aus und durchforsteten die Unterlagen zahlreicher Apotheken. Das Ergebnis war ernüchternd: Keine einzige Spur führte zum Mordopfer.

Freund von Mark Hansen

Die Verbindung zum Fall verlief ausschließlich über Mark Hansen. Der Besitzer der Florentine Gardens gehörte zu den wichtigsten Zeugen der Ermittlungen und kannte Elizabeth Short nachweislich gut. Da O’Reilly zum engeren Freundeskreis Hansens zählte und sich häufig in dessen Umfeld bewegte, nahmen die Ermittler auch ihn genauer unter die Lupe.

Mark Hansen

Gewaltverbrechen gegen seine Sekretärin

Der eigentliche Grund für das Interesse der Behörden lag jedoch in O’Reillys Vergangenheit. Jemison vermerkte, dass der Arzt bereits wegen eines schweren Gewaltverbrechens verurteilt worden war.

O’Reilly hatte seine Sekretärin in einem Motel brutal misshandelt. Die Tat war so schwerwiegend, dass ein Gericht ihn wegen Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe verurteilte. In den Ermittlungsakten wird zudem die Vermutung geäußert, dass hinter dem Angriff sexuelle Motive gestanden haben könnten.

Nach Ansicht der Ermittler schien die Tat keinen anderen Zweck verfolgt zu haben, als sexuelle Wünsche auszuleben. Gerade dieser Umstand ließ O’Reilly in den Augen der Ermittler als möglichen Sexualstraftäter erscheinen, der es aus diesen Gründen auf Elizabeth Short abgesehen hatte.

Die fehlende rechte Brust

Ein weiteres Detail erregte Aufmerksamkeit. O’Reilly hatte sich einer Operation unterzogen, bei der seine rechte Brust entfernt worden war. Jemison erwähnte dies im Zusammenhang mit den Verletzungen an Elizabeth Short. Auch bei ihr fehlte bekanntlich Gewebe im Brustbereich.

Darüber hinaus gingen einige Ermittler davon aus, dass der Täter bei der Zerteilung des Körpers über erhebliche anatomische Kenntnisse verfügt haben müsse. Deshalb überprüften sie zahlreiche Ärzte, Chirurgen und Personen mit medizinischem Hintergrund. O’Reilly passte in dieses Raster. Allein: Klare Indizien, die ihn mit dem Mord in Verbindung brachten, fehlten.

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