Die Verdächtigen Dr. M. M. Schwartz und Dr. Arthur McGinnis Faught praktizierten im Cherokee Building am Hollywood Boulevard, nur wenige Gehminuten von den Chancellor Apartments entfernt, in denen Elizabeth Short Ende 1946 zeitweise wohnte. Anders als einige andere Namen auf Lieutenant Frank Jemisons Verdächtigenliste hatten die beiden Mediziner nachweislich Kontakt zum späteren Mordopfer.
Inhaltsverzeichnis
Dr. M. Schwartz & Dr. Arthur Faught
Die Spur beginnt mit Mark Hansen
Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Aussage des Nachtklubbesitzers Mark Hansen. Nachdem Hansen gegenüber den Ermittlern jahrelang bestritten hatte, irgendwelche Ärzte zu kennen, die Elizabeth Short behandelt hätten, räumte er schließlich ein, sie eines Tages zu einem Arzt im Cherokee Building gefahren zu haben.
Die Ermittler überprüften daraufhin sämtliche dort ansässigen Ärzte. Dabei stießen sie auf Dr. M. M. Schwartz.
Dr. Schwartz nennt den eigentlichen Arzt
Schwartz erklärte bei seiner Befragung, Elizabeth Short sei nicht seine Patientin gewesen. Stattdessen habe sie sich von seinem Kollegen Dr. Arthur McGinnis Faught behandeln lassen. Beide Ärzte arbeiteten im selben Gebäude und beschäftigten dieselbe Krankenschwester.
Nach Aussage von Schwartz litt Elizabeth Short an Problemen mit einer Bartholin-Drüse. Diese Drüsen befinden sich im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane und produzieren ein Sekret zur Befeuchtung der Scheide. Entzündungen oder Verstopfungen können schmerzhafte Schwellungen verursachen.
Schwartz berichtete, Dr. Faught habe diese Beschwerden mehrfach chirurgisch behandelt und die betroffene Drüse wiederholt eröffnet.
Eine mögliche Erklärung für Shorts Gesundheitsprobleme
In seinem Bericht spekulierte Jemison über einen möglichen Zusammenhang zwischen dieser Erkrankung und Aussagen aus dem Umfeld von Elizabeth Short. Demnach soll Dr. Schwartz geäußert haben, die Beschwerden könnten erklären, weshalb Elizabeth Short zeitweise keine sexuellen Beziehungen gehabt habe.
Ob diese Einschätzung tatsächlich medizinisch begründet war oder lediglich auf damaligen Annahmen beruhte, lässt sich heute kaum noch beurteilen. Fest steht lediglich, dass Short wegen eines gynäkologischen Problems in Behandlung gewesen sein soll.
Die Krankenschwester verschwindet aus dem Blickfeld
Eine weitere interessante Figur in diesem Zusammenhang war die gemeinsame Krankenschwester der beiden Ärzte. Lillian Sickler arbeitete für Faught und Schwartz und soll nach Angaben der Ermittler gewusst haben, dass Elizabeth Short Patientin in der Praxis gewesen war. Zu den Zeitpunkten der Nachermittlungen befand sich Sickler allerdings bereits in Texas auf der Carswell Air Force Base bei Fort Worth.
Jemison vermerkte frustriert, dass sie auf Briefe und Anfragen der Ermittler nicht reagiert habe. Auch ihre Freundin May Prior, die möglicherweise weitere Informationen hätte liefern können, wurde offenbar nie ausführlich befragt.
Dr. Arthur McGinnis Faught
Arthur McGinnis Faught war keineswegs irgendein Hinterhofarzt. Er war gebürtig aus Nebraska, hatte Medizin studiert, ein eigenes Krankenhaus gegründet und sich insbesondere als Chirurg einen Namen gemacht.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg hatte er in Nebraska zahlreiche größere Operationen durchgeführt und galt dort als angesehener Mediziner. Später ließ er sich in Los Angeles nieder und praktizierte im Cherokee Building am Hollywood Boulevard.
Zum Zeitpunkt von Jemisons Bericht war Faught bereits tot. Er war am 1. November 1949 verstorben und konnte daher nicht mehr persönlich befragt werden.
Die Aktenlage spricht dafür, dass Dr. Arthur McGinnis Faught tatsächlich einer der wenigen Ärzte war, die Elizabeth Short vor ihrem Tod behandelten. Sein Kollege Dr. M. M. Schwartz geriet vor allem deshalb ins Visier der Ermittler, weil er diese Verbindung offenlegte.
Anders als bei manchen später populären Verdächtigen existiert hier zumindest ein nachweisbarer Kontakt zum Opfer. Gleichzeitig fehlt jedoch jeder Hinweis darauf, dass einer der beiden Ärzte etwas mit dem Mord zu tun hatte. Die Ermittlungen führten letztlich lediglich zu der Erkenntnis, dass Elizabeth Short Ende 1946 wegen gynäkologischer Beschwerden medizinisch behandelt worden war.
Kapitelübersicht zum Fall Elizabeth Short
Ermittlungen
- Die offiziellen Verdächtigen
- Carl Balsiger
- George W. Welsh II
- Sergeant Chuck
- John D. Wade
- Joe Scalise
- James Nimmo
- Maurice Clement
- Polizist aus Chicago
- Salvador Torres Vera
- Dr. George Hodel
- Marvin Margolis
- Glynn (Glenn) Wolfe
- Michael Anthony Otero
- George Bacos
- Frances Campbell
- „Lesbische Chirurgin“
- Dr. Paul DeGaston
- Dr. A. R. Brix
- Dr. M. M. Schwartz und Dr. Arthur McGinnis Faught
- Dr. Patrick S. O’Reilly
- Mark Hansen