David Berkowitz‘ Mordserie erreichte im Sommer 1977 ihren Höhepunkt. Dieser sollte für immer in die Geschichte der Stadt New York als »Summer of Sam« eingehen. Im Jahr zuvor hatte die unheimliche Mordserie begonnen, deren Opfer entweder junge Frauen oder Pärchen waren. Der Täter griff seine Opfer immer nachts an und erschoss sie auf offener Straße mit einem Revolver der Marke .44 Bulldog Charter Arms. Die Presse taufte das Phantom deshalb zunächst auf den Namen ».44 Caliber Killer«.

New York Dämmerung

Bekennerschreiben

Im Frühling und Sommer 1977 verschickte der Serienmörder dann dreiste Drohbriefe an Polizei und Presse, in denen sich David Berkowitz »Son of Sam« nannte und weitere Morde ankündigte. Trotz eines massiven Polizeiaufgebots, das den Killer jagte, setzte der Täter seine Drohungen in die Tat um. Monatelang fühlte sich die Bevölkerung von New York von einem unsichtbaren Phantom bedroht. Kaum ein Bewohner der Millionenstadt vermochte sich diesem Terror zu entziehen. Etwas Vergleichbares hatte New York allenfalls in den 1940ern und 1950ern erlebt, als der sogenannte „Mad Bomber“ George Metesky die Stadt 16 Jahre lang mit einer mysteriösen Serie von Bombenattentaten terrorisierte.

David Berkowitz

Mitte August 1977 gelang es der Sonderkommission »Omega« endlich, einen Tatverdächtigen zu ermitteln und zu verhaften. Gleich während des ersten Verhörs legte der festgenommene David Berkowitz ein umfassendes Geständnis ab. Er habe alle Verbrechen, die man dem »Son of Sam« zurechnete, begangen. Er behauptete, dass ein Dämon ihm die Morde befohlen habe. Der Dämon hause im Körper des Hundes eines Nachbarn.

David Berkowitz - Son of Sam

David Berkowitz, August 1977

Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung hatte David Berkowitz sechs Menschen getötet und sieben weitere teilweise schwer verletzt. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass David Berkowitz darüber hinaus in den Jahren zuvor vermutlich mehr als 1.400 Brände im Stadtgebiet gelegt hatte.

Mitte der 1990er widerrief er sein ursprüngliches Geständnis teilweise. Er behauptete nun, Mitglied einer okkulten Sekte gewesen zu sein und die Morde gemeinsam mit Komplizen begangen zu haben. Die Polizei von Yonkers, einem nördlichen Vorort von New York, in dem David Berkowitz vor seiner Verhaftung lebte, rollte daraufhin den Fall neu auf. Die Ermittlungen blieben bis heute ergebnislos.

Der Serienkiller als Medienstar

David Berkowitz, der Killer, avancierte nach seiner Verhaftung zu einer Art Medienstar und schien seinen Promistatus zu genießen. Dieses Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit, das dem »Son of Sam« und damit einem Serienmörder zuteilwurde, war damals noch ein relativ neues Phänomen. Selbstredend reagierten die überlebenden Opfer sowie die Angehörigen der verstorbenen Personen verärgert auf diesen Medienzirkus.

Der Staat New York erließ daraufhin ein Vorschrift, die seitdem als »Son of Sam«-Gesetz bekannt ist. Es sollte verhindern, dass Kriminelle im Nachhinein finanziell von ihren Verbrechen profitierten, indem sie beispielsweise Tantiemen für die Buch- oder Verfilmungsrechte kassierten. Der Erlass war Vorbild für die Gesetzgebung in zahlreichen anderen Staaten und ist nach wie vor in Kraft.

Das Gericht verurteilte David Berkowitz zu sechsfach lebenslänglicher Haftstrafe. Er sitzt immer noch im Gefängnis ein, obgleich es ihm seit 2002 gestattet ist, alle zwei Jahre eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung zu beantragen. Er hat von diesem Antrag bisher keinen Gebrauch gemacht. Er hätte wohl auch wenig Aussicht auf Erfolg. David Berkowitz wird aller Voraussicht nach den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.

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Summary
David Berkowitz – Der Sommer von Sam was last modified: Mai 4th, 2015 by Richard Deis