Hundert Meter unterhalb der Klippen patrouillierte im selben Augenblick ein Ranger. Der Strand war Teil eines Staatsparks. Die vorrangige Aufgabe des Rangers bestand darin, die Leute davon abzuhalten, das Gelände zuzumüllen. Dem Mann fielen die beiden Gestalten auf den Felsen auf, die dort miteinander rangelten.

Er dachte weniger daran, dass er gerade Zeuge eines Verbrechens wurde. Er schüttelte lediglich den Kopf darüber, wie leichtsinnig diese jungen Leute waren. Direkt hinter den Klippen fiel die Felswand steil herab. Der Ranger beschloss, den beiden ins Gewissen zu reden und erklomm den Pfad nach oben.

Erwischt

Als er noch zwanzig Meter von den beiden entfernt war, wehte ihm der untrügliche Geruch von Marihuana entgegen. Der Ranger machte sich lautstark bemerkbar. Der verdutzte Alcala ließ daraufhin sofort von seinem Opfer ab. Er stotterte herum, er und seine Freundin befänden sich auf einer Wanderung und hätten nur eine kurze Rast eingelegt.

Doch Judith, die sich endlich aus der Umklammerung befreit hatte, stürzte im nächsten Moment dem Ranger entgegen und bat ihn um Hilfe. Sie erzählte ihm aufgeregt, dass der Mann sie gezwungen habe, mit ihm zu gehen und den Joint zu rauchen. Sie wolle nur noch nach Hause zu ihren Eltern. Der Ranger wusste nicht genau, was hier gespielt wurde. Also schaffte er beide zum nächsten Polizeirevier.

Die beiden blieben bei ihren unterschiedlichen Darstellungen der Ereignisse. Die Polizisten überprüften die Personalien. Gegen Judith lag nichts vor. Doch im Falle von Alcala wurden sie natürlich fündig. Nun war klar, wem die Beamten glaubten. Rodney Alcala sah seinem nächsten Prozess entgegen.

Verstoß gegen die Bewährungsauflagen

Der Staatsanwalt musste jedoch die Anklage wegen Freiheitsberaubung und Nötigung fallen lassen. Einzig das Mädchen konnte die Vorwürfe bezeugen und das würde vor Gericht nicht ausreichen. Also belangte man Alcala nur wegen eines Drogenvergehens. Er hatte einer Minderjährigen Marihuana gegeben. Das war strafrechtlich gesehen eine Bagatelle.

Aber weil er damit gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte, konnte der Richter ihn schließlich zu zweieinhalb Jahren verknacken. Alles in allem war die Sache aber erneut glimpflich ausgegangen für Alcala. Am 16. Juni 1977 ließ man Rodney Alcala wieder auf die Menschheit los – noch wütender als zuvor.

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(9) Glimpfliches Ende was last modified: Februar 21st, 2018 by Richard Deis